03. November 2009 11:57
Liebe MADONNA24 LeserInnen!
Grundsätzlich ist mein Fachgebiet Job- und Karrierecoaching. In den letzten
Jahren erweitert durch den Schwerpunkt "Jobzufriedenheit", dem ich auch mein
letztes Buch "Der Z-Faktor - erfolgreich und zufrieden im Job" gewidmet
habe.
Ich betreue Menschen jede Alters, die sich in beruflichen
Veränderungsprozessen befinden, Einsteiger, Umsteiger und (unfreiwillige)
Aussteiger.
Die Fragestellungen drehen sich um Orientierung auf dem Arbeitsmarkt,
Bewerbungscoaching, mehr Zufriedenheit am Arbeitsplatz und Karrriereplanung.
Außerdem begleite ich Unternehmen durch Outplacementprozesse. Hier geht's um
strategische Überlegungen und natürlich um die Umsetzung, sprich Begleitung
der gekündigten Personen.
Glücklicherweise erkennen seriöse
Unternehmen mittlerweile, dass auch für die "Verbliebenen" etwas getan
werden muss, um wieder Ruhe und Stabilität ins Unternehmen zu bringen.
Fragen von MADONNA an Elfriede Gerdenits:
Bitte verraten Sie uns ihre Top-3-Tipps gegen den Winterblues - ihr
Fachgebiet betreffend.
1. Wenn die letzten Urlaubserinnerungen verblasst sind, geht's
stimmungsmäßig im Job oft bergab. Die Perspektive auf den nächsten Urlaub
wäre zu wenig, um den Winterblues in den Griff zu bekommen. Klüger ist es,
intensiv darüber nachzudenken, wie der berufliche Z-Faktor
(Zufriedenheitsfaktor) zu steigern wäre. Manchmal hilft schon ein Gespräch
mit Vorgesetzten oder Kollegen um die gegenseitigen Erwartungen abzustecken
und so Missverständnisse, die oft Auslöser für Unzufriedenheit sind,
abzustellen. Immer hilft es, sich Tipps auf meiner Website
www.zufridenheitscoach.tv zu holen.
2. Alles was stimmungsaufhellend ist im Job, kommt jetzt zum Einsatz.
Frische Blumen am Schreibtisch, ein besonderer Raumduft, der uns an ein
schönes Erlebnis erinnert (bitte veranstalten Sie keine Duftläpchenorgien!).
Ein neuer Bildschirmschoner - vielleicht mit einem Motiv des nächsten
Urlaubs und jede Menge Tee, ich liebe im Winter besonders den Chai von
Heissenberger.
3. Es gibt derzeit in vielen Betrieben Unsicherheit wegen möglicher
Kündigungen. Das Jahresende wird von Unternehmen gerne für Kündigungen
genutzt. Wenn Sie sich deshalb Sorgen machen, versuchen Sie, über Gespräche
mit Vorgesetzten und Personalvertretern zu erfahren, wie groß die Gefahr
tatsächlich ist. Auf Kollegengetuschel sollten Sie sich besser nicht
einlassen. Bleiben Sie leistungsstark, machen Sie vermehrt auf Ihre
Qualitäten aufmerksam, reklamieren Sie sich in längerfristige Projekte
hinein und beweisen Sie in allem was Sie tun Loyalität. Gehaltsverhandlungen
sollten Sie sicherheitshalber auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
Was sind die Alarmsignale, wann sollte man einen Profi aufsuchen?
Wenn der Gang zur Arbeit immer schwerer fällt - offensichtlich liegt der
berufliche Z-Faktor ganz im Argen.
Wenn Sie das Gefühl haben, alles getan zu haben, aber im Job trotzdem nicht
weiterkommen.
Wenn Ihr Arbeitgeber ständig mit wirtschaftlich negativen Schlagzeilen in
den Medien auftaucht.
Wenn Sie Karriere machen wollen, aber nicht wissen wie.
Wenn Sie vermuten, dass man sie kündigen wird oder Sie bereits gekündigt
wurden.
Wenn Sie als Berufseinsteiger professionell vorgehen wollen.
Wenn Sie in einem Outplacementprogramm stecken (und damit nicht zufrieden
sind)
Wenn Sie als Personalverantwortlicher Outplacements umsetzen müssen, damit
aber keine Erfahrung haben.
Suchen zu Beginn der kalten Jahreszeit mehr Klienten Ihre Hilfe? Und
wenn ja, warum?
Nein, von der "kalten" Jahreszeit ist meine Auslastung nicht abhängig. Es
gibt nach der Urlaubszeit vermehrt Anfragen von Personen, die sich
berufliche verändern wollen und nach dem Jahreswechsel von Menschen, die
gekündigt wurden. Berufseinsteiger, die nach dem Schul- oder Studienjahr
arbeiten wollen, melden sich meist im Frühjahr. Und Organisationen, die
Outplacements planen, haben das ganze Jahr über Saison.
Wie helfen Sie konkret?
Bei Einzelpersonen berate ich in Form von Einzelcoachings. Oft reichen 2
Doppeleinheiten (á 100 Minuten), um vieles in Gang zu bringen. Ergänzend
mache ich mit manchen Klienten auch Telefoncoachings und Videocoachings als
Vorbereitung auf die Bewerberinterviews.Organisation berate ich sowohl
strategisch als auch in der Umsetzungsphase von Outplacements in Kooperation
mit Dale Carnegie.
Was erwartet einen Klienten, wenn er ihre Praxis aussucht?
Österreichs populärster Karriere- und Jobcoach. Ich komme aus der
Wirtschaft, hatte selbst über viele Jahre Personalverantwortung, habe in
meinem Fachgebiet bisher acht Bücher veröffentlicht und genieße sowohl bei
meinen Kunden als auch in den Medien Expertenstatus. Aufgrund meiner dichten
Netzwerke kann ich oft auch direkte Empfehlungen abgeben, also die berühmte
"Rutsche" legen.
Sind Sie der Meinung, dass das Thema Therapie in Österreich noch immer
ein Tabu ist?
Ich bin keine Therapeutin, sehe aber, dass viele Menschen sich nach wie vor
scheuen, therapeutische Hilfe anzunehmen. Es gilt leider als Schwäche, sich
bei psychischen Problemen Hilfe zu holen. Kein Mensch käme auf die Idee zu
verschweigen, dass er zum Zahnarzt geht oder zum Orthopäden. Solange der
Körper krankt ist dies gesellschaftlich akzeptiert, wenns um die Seele geht,
schaut die Sache in Österreich leider ganz anders aus.
Ich freue mich darauf, MADIONNA24 LeserInnen beraten zu dürfen.
Herzlichst
Elfriede Gerdenits