30. Juli 2010 14:37
Bilder: Vorher-Nachher-Vergleiche zur Lippenunterspritzung mit
Hyaluronsäure.
Eigenfett-Unterspritzungen haben in den letzten Jahren stark an Bedeutung
gewonnen.
Durch neue Methoden der Fettgewinnung, der Fettaufbereitung
und der Implantationstechnik überleben heute bereits 70 bis 80% der
übertragenen Fettzellen und wachsen an der gewünschten Stelle auch an. Von
erfahrener Hand ausgeführt, erzielt man damit eine immer längere Haltbarkeit
der Ergebnisse.

Wofür eignet sich die Eigenfettunterspritzung?
Die
konventionelle Fettunterspritzung eignet sich sehr gut zur Glättung
einzelner Falten sowie zum Ausgleich von Volumendefekten und
Narbeneinziehungen. Besonders häufig wird diese kosmetische Korrektur bei
Patienten angewendet, die unter Hohlwangen, Augenringen und Gewebsverlust an
Händen, Dekolleté oder Hals zu leiden haben! Durch verbesserte Techniken der
Eigenfettgewinnung und –aufbereitung kann man heute bereits auch erfolgreich
sanfte Brustvergrößerungen machen oder asymmetrische Brüste in ihrer Größe
angleichen.
Wie läuft eine Eigenfett-Unterspritzung ab?
Zuerst muss
Eigenfett gewonnen werden, indem es von anderen Körperstellen mit geringem
Unterdruck abgesaugt wird. Meist nimmt man dazu Unterhautfettgewebe des
Gesäßes oder des Bauches rund um den Nabel. Nach spezieller Behandlung und
Aufbereitung des Fettes wird dieses vorsichtig, in ganz kleinen Portionen
und in mehreren Schichten im gewünschten Bereich unter die Haut implantiert.
Braucht man dazu eine Vollnarkose?
Nein. Der Eingriff wird
üblicherweise ambulant in örtlicher Betäubung oder auf Wunsch auch bei
kurzem Dämmerschlaf durchgeführt.
Gibt es Nebenwirkungen?
Körpereigenes Fett hat üblicherweise
eine hervorragende Verträglichkeit. Allergien und Fremdkörperreaktionen sind
daher ausgeschlossen. Als Nebenwirkung kann es vereinzelt zu blauen Flecken
und leichten Schwellungen kommen, die aber rasch wieder abheilen. An den
Stellen, wo Fett unterspritzt wurde, bleiben keinerlei Spuren zurück. Auch
die Einstichstelle zur Absaugung ist nachher nicht mehr sichtbar.
Üblicherweise ist man je nach Größe des unterspritzten Areals sofort ist
wieder gesellschaftsfähig
Welches Ergebnis kann man erwarten?
Ähnlich wie bei der
Anwendung von Hyaluronsäure wird die Hautoberfläche durch das Auffüllen von
Falten oder eingefallenen Gesichtspartien bereits unmittelbar nach dem
Eingriff viel gleichmäßiger und praller. Elastizität und Spannkraft der Haut
erhöhen sich merkbar. Das verleiht ein jugendlicheres, attraktiveres
Aussehen.
Eignet sich Eigenfett auch zum Lippenaufbau?
Gerade der
Lippenaufbau mit Eigenfett wirkt nicht nur besonders natürlich, sondern hat
auch den großen Vorteil, dass sich die wieder vollen Lippen nicht wie
Fremdkörper, sondern wie eigenes Lippengewebe anfühlen.
Wie lange hält das Ergebnis an?
Der entscheidende Vorteil
einer Eigenfett-Unterspritzung ist das langanhaltende Ergebnis. Im Gegensatz
zur Hyaluronsäure, deren Ergebnis zumeist binnen eines Jahres langsam
schwindet, hält der Erfolg bei Eigenfett zumeist mehrere Jahre an. Durch
mehrfaches Auffüllen im Abstand von etwa 2-3 Monaten können langanhaltende
schrittweise Verbesserungen erreicht werden.
Wo sind die Grenzen der Eigenfettbehandlung?
Die Unterspritzung
mit Eigenfett kann nur sichtbare Veränderungen an der Hautoberfläche
behandeln, nicht aber tiefer liegende Ursachen der Alterung. Eine stark
abgeschlaffte Wangenmuskulatur lässt sich beispielsweise mit einem Facelift
nachhaltig behandeln. Dazu kommt: wird eine Eigenfettbehandlung an größeren
Arealen wie etwa der Brust gewünscht, muss die Patientin natürlich auch
genügend Fettzellen an Bauch oder Gesäß haben. Ist dies der Fall und müssen
größere Mengen entnommen werden, hat die Patientin natürlich auch den
zusätzlichen Vorteil einer Figurverbesserung an den abgesaugten Arealen.
Bild: (c)
Hernuss
Patientin vor Glättung des Nasolabialbereichs (l) und danach (r).