26. Jänner 2010 16:09
Sein Schaffen - 120 Premieren zusammengefasst auf 624 Seiten - werde in
Buchform die edle Herrenspende bilden, gab Ballorganisatorin Desiree
Treichl-Stürgkh bei einer Pressekonferenz in Wien bekannt.
Holender soll - Gerüchten zufolge - im Hauptprogramm selbst seine
Sangesstimme erheben. Die wichtigste Neuerung in diesem Jahr: Erstmals wird
es eine Disco mit moderner Musik geben. "Es ist der elfte Opernball
dessen Leitung ich zu verantworten habe", betonte Holender. Die enorme
Wichtigkeit habe die Tanzveranstaltung in seinem Haus vor allem durch die
jährliche Live-Fernsehübertragung. 16,5 Millionen Menschen hätten die Bälle
in seinen Jahren als Direktor im TV mitverfolgt. Der ORF habe in dieser Zeit
mehr als fünf Millionen Euro für die Ausstrahlung zur Verfügung gestellt.
Nach einer Summe von 109.000 Euro zu seinem Beginn, sei das Budget
mittlerweile auf 600.000 Euro angewachsen, freute sich Holender.
"Der Opernball ist eines der großen Ereignisse, die den Kalender der
Österreicherinnen und Österreicher mitbestimmen", hob
ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz eine reibungslose Übertragung als
Hauptaufgabe seines Senders hervor. 15 Kameras und vier mobile Filmteams
fangen die Ereignisse am roten Teppich, in den Logen und Sälen diesmal ein
und übertragen sie ab 20.15 Uhr live in die Wohnzimmer.
Treichl-Stürgkh setzt bei der Organisation heuer auf Karitatives: Zwei
Mädchen und ein Bursch aus einem SOS-Kinderdorf werden bei der Eröffnung
mittanzen, erklärte die Ballorganisatorin. Damit solle der Vorwurf, nur
wohlhabende Familien kämen zum Zug, entkräftet werden. Auch Holender hat
sich dem guten Zweck verschrieben: Er stellte eine "konsiderable
Hilfeleistung" für die Erdbebenopfer in Haiti in Aussicht. Details
wollte er noch nicht bekanntgeben.
Künstlerisch steht der Ball diesmal im Zeichen der Komponisten Frederic
Chopin und Gustav Mahler, denen 2010 anlässlich ihres 200. bzw. 150.
Geburtstages gedacht wird. Während der nach Mahler benannte Saal in der Oper
historisch getreu umdekoriert und in Vitrinen Stücke zweier bevorstehender
Ausstellungen über den Komponisten gezeigt werden, findet sich Chopin im
musikalischem Programm wieder. Pianist Krysztof Jablonski begleitet ein
Balletttänzer-Ensemble aus Warschau und Wien zu einem Scherzo und einem
Minutenwalzer des Polen.
Weiterer Höhepunkt ist ein von Alfred Eschwe aus 14 bekannten Opern
zusammengefügtes 15-Minuten-Stück für die 13 Solisten der Wiener Staatsoper.
Jeder wird einen bekannten Part aus Werken von Johann Strauß bis Richard
Wagner übernehmen. Das Ende des Stücks soll laut Holender eine Überraschung
werden. Auf Spekulationen, dass er bei dieser Einlage gemeinsam mit seinen
Künstlern die Stimme erheben könnte, ließ sich der scheidende Direktor nicht
ein: "Wir sind nicht hierhergekommen, um über Gerüchte zu sprechen",
so sein einziges Kommentar.
Die Eröffnungszeremonie wird diesmal von der "Danceschool horn"
und "Tanz & more Werner Dietrich" aus Oberösterreich in
Kooperation mit der Wiener Tänzerschmiede Roman E. Svabek gestaltet, so
Treichl-Stürgkh. "Ganz neu ist heuer unserer Disco."
Gestaltet vom Radiosender Superfly wird es dort erstmals ein Tanzparkett mit
modernen Klängen geben. Ein Novum ist auch der Opernball-Drink "Sunset
Number One" auf Sekt-Basis. Dekorativ hält sich die Ballorganisatorin
an altbewährtes: 100 duftende Fliederbüsche, rote Rosen und roten Samt. Im
Hauptsaal sollen grellpinke Blumen für einen "Flash" sorgen.
Das zehn Kilo schwere Buch "Ion Holender Close Up", in dem der
Staatsoperndirektor selbst seine Karriere und sein Schaffen kommentiert,
wird als Herrenspende an die Ballgäste überreicht. Für Damen gibt es den
Lancome-Duft "Tresor". Passend zum Ball als Faschingshighlight
wird jeder Gast beim Heimgehen mit frischen Krapfen versorgt.