08. März 2010 09:14
Die Erwartungen waren hoch, die Prominenz allerdings nicht sehr zahlreich.
Politiker ließen sich so gut wie keine blicken, aus der Filmbranche waren
etwa Viennale-Chef Hans Hurch, der Geschäftsführer des Filmfonds Wien Peter
Zawrel sowie Schauspielerin und Filmemacherin Kathrin Resetarits, nicht
jedoch Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky und der vorjährige
Oscar-Nominierte Götz Spielmann erschienen.
Nachdem bereits seit 12 Uhr Mittag einige nominierte Filme gezeigt worden
waren, startete gegen 2.30 Uhr früh endlich die Direkt-Übertragung aus dem
Kodak Theatre. Großen Jubel gab es gleich zu Beginn, als der große Favorit
Christoph Waltz den Nebenrollen-Oscar aus den Händen von Schauspielstar
Penelope Cruz entgegennehmen durfte. Cruz hatte bereits vor zwei Jahren
Ruzowitzky seinen Oscar überreicht. Lokalpatriotische Hoffnungen auf einen
weiteren Oscar für einen Österreicher zerschlugen sich jedoch im Verlauf der
von Alec Baldwin und Steve Martin durchaus launig moderierten Gala. Doch der
erste Regie-Triumph für eine Frau - Kathryn Bigelow ("The Hurt
Locker - Tödliches Kommando" war erst die vierte weibliche
Nominierte in dieser Kategorie in der Geschichte der Academy Awards) und der
Triumph des Independent-Underdogs "The Hurt Locker" gegen das
Blockbuster-Spektakelkino von "Avatar" machte bei zahlreichen der
anwesenden Filmfreunde die vorangegangenen Enttäuschungen wieder wett.
"Amerika ist heute über seinen Schatten gesprungen"
kommentierte Hans Hurch die Auszeichnung für Bigelow. Kathrin Resetarits
konnte ihre Enttäuschung darüber, dass Michael Haneke leer ausgegangen war,
nicht verbergen, war aber zuversichtlich, dass es der Regisseur selber nicht
allzu schwer nehmen würde. Und Zawrel verwies auf das Fehlen einer
qualifizierten Filmschauspielerausbildung in Österreich und darauf, dass
Christoph Waltz seinen Erfolgsweg erst im Ausland einschlagen konnte. Ein
Frühstück beschloss die lange Oscar-Nacht.