|
Sie sind derzeit gefragter denn je und von der Pariser Fashion
Week direkt zur Mercedes Benz Fashion Week nach Berlin gejettet. In
Paris haben Sie bei der Haute-Couture-Schau von Chanel by Lagerfeld
den Höhepunkt gestaltet. Sie sind als Braut aufgetreten. Lagerfeld
ist begeistert von Ihnen. Sehen Sie sich als Muse? Iris
Strubegger: Ich weiß nicht, ob ich es 'Muse' nennen würde. Ich
bin einfach ein eigener Typ – keine Allerweltsschönheit mit langen
blonden Haaren. Und mein Typ ist im Moment gefragt und inspiriert
die Designer. So auch Karl Lagerfeld, der im Übrigen sehr
sympathisch ist.
Sie haben innerhalb kürzester Zeit eine steile Karriere hingelegt.
Haben von Ihrer Heimat, dem Pongau, aus die Modewelt im Sturm
erobert. Was haben Sie, was andere nicht haben? Strubegger: Ich
bin sehr groß (1, 79 m, Anmerkung). Außerdem habe ich kurze, dunkle
Haare. Mittlerweile so etwas wie mein Markenzeichen. Zusammen mit
meinen markanten Wangenknochen.
Sie fliegen von Catwalk zu Catwalk und von Shooting zu Shooting
durch die Welt. Beschreiben Sie uns Ihr Leben derzeit. Strubegger:
Stressig. Gerade bin ich in New York gelandet, wo ich mit zwei
Models in einer WG lebe. Wir verstehen uns sehr gut, und seit wir
eine Wohnung haben, fühle ich mich in New York zu Hause.
Mögen Sie den Lifestyle dort? Strubegger: Ja, auch
wenn ich ihn eher gemütlich begehe. Ich liebe lange Spaziergänge
oder mich mit Freunden gemütlich zum Brunch zu treffen. Das ist so
etwas, wie mein ganz persönlicher New-York-Lifestyle. Mein Zuhause
wird aber immer Österreich bleiben! In New York vermisse ich meine
Familie, meine Freunde, die frische Luft und natürlich das gute
Essen.
Bild: (c) Reuters Chanel, Haute-Couture-Schau – der Höhepunkt:
Strubegger als Braut und Lagerfeld-Jüngling Baptiste Giabiconi.
Ist der Beruf des Models trotz des immensen Drucks und der vielen
Entbehrungen Ihr Traumjob? Strubegger: Es war eigentlich nie
mein Traumjob! Aber ich mache das jetzt, solange es gut geht. Ich
bin mit 17 Jahren in New York auf der Straße entdeckt worden, habe
dann aber wieder aufgehört, um mein Studium abzuschließen. Erst
danach habe ich es in der Modebranche noch einmal versucht.
Sie haben sich kürzlich verlobt. Ihr Partner Wolfgang
Rottensteiner, ein Projektmanager, lebt in Österreich. Wie schwer
ist es, in diesem Beruf eine Partnerschaft zu haben? Wie schwer ist
es, eine Fernbeziehung zu führen? Strubegger: Mein
Verlobter lebt in Salzburg, ich wegen meines Jobs in New York. Aber
es funktioniert sehr gut, weil wir seit sieben Jahren zusammen sind
und wissen, dass der Job nur temporär ist. Gerade haben wir uns eine
schöne Wohnung zugelegt. Aber ich will Geld sparen für ein
gemeinsames Haus in Salzburg und später Kinder mit meinem Freund
haben. Ich bin froh, dass ich ein Landei bin. Wäre ich in eine reiche,
fashionaffine Familie geboren, würde ich nicht wissen, dass es eine
reale Welt außerhalb gibt. Aber es gibt solche Freaks in diesem
Business, sodass man sich ab und zu runter holen muss und sich sagen
muss: Das ist nicht die Realität!
Fakt ist aber, dass Modekönig Karl Lagerfeld Sie über alle Maßen
schätzt und Sie auch schon oft selbst fotografiert hat. Wie ist die
Zusammenarbeit mit dieser Ikone? Eine Zusammenarbeit, von der andere
Models nur träumen... Strubegger: Mit Karl ist es sehr
lustig! Er freut sich, wenn er mit mir Deutsch reden kann. Man muss
aber aufpassen, weil er so unglaublich schnell redet. Lagerfeld ist
wahnsinnig intelligent, und es ist schwierig, auf seiner Ebene zu
bleiben. Bei der Arbeit ist er natürlich ein Vollprofi, aber er ist
sehr sympathisch und lieb.
Bei der Haute-Couture-Schau waren Sie die Braut... Strubegger:
Und das war auch für mich großartig!
|