10. März 2010 11:34
Der Oscar-Triumph von The Hurt Locker trägt dazu bei, dass das
Irakkriegsdrama einen Kinostart in Österreich erhält.
Am Donnerstag hat der Film, der bisher nur bei Sondervorstellungen zu sehen
war, im Wiener
Stadtkino Premiere (Originalfassung). Die deutsche Version mit dem Titel
Tödliches Kommando – The Hurt Locker läuft ab Freitag in Wien (Apollo,
UCI Millennium, Village)
und Graz (Geidorf
Kunstkino). Erst später kommt der Film in die anderen Bundesländer.
Denn, so der Constantin-Filmverleih: „Wir haben nicht mehr Kopien“.
Venedig
Der späte Start des mit sechs Oscars ausgezeichneten
Films ist bezeichnend für die Geschichte von The Hurt Locker. Der
Action-Reißer, der den „Krieg als Droge“ schildert, kam schon 2008 beim
Filmfest Venedig heraus und wurde dort von der internationalen Presse heftig
akklamiert.
Der Publikumserfolg blieb jedoch aus – wie bei fast allen Filmen, die den
Irakkrieg zum Thema haben. Die Independent-Produktion (Kosten: ca. 15
Millionen Dollar) spielte bisher weltweit erst 21,4 Millionen Dollar ein. In
Deutschland lockte der Film 2009 mickrige 55.000 Besucher an, woraufhin man
in Österreich beschloss, ihn erst gar nicht ins Kino zu bringen. The Hurt
Locker ist bereits auf DVD erschienen.
Doch jetzt, dank des Oscar-Triumphs, könnte das Kriegsdrama noch eine späte
Kinokarriere machen. Stadtkino-Chef Claus Philipp spricht von großem
Publikumsinteresse und will den Film mindestens sechs Wochen lang zeigen.
Eine Frau gewinnt
mit Machofilm
The Hurt Locker ist, wie
berichtet, der erste Film, für den eine Frau den Regie-Oscar bekam. Pointe
am Rande: Kathryn Bigelow gewann ihren Preis mit dem „machohaftesten Film
der letzten Jahre“ (Süddeutsche Zeitung). Die charmante Regisseurin, die in
ihren Filmen auf knallharte Action setzt, analysiert den sinnlosen Krieg aus
der Perspektive eines Bombenentschärfers, der süchtig auf die
Adrenalinschübe ist, die ihm sein lebensgefährlicher Job Tag für Tag
beschert.