06. Dezember 2009 14:57
Thomas Gottschalk musste am Samstag mit der 185. Ausgabe von "Wetten,
dass..?" eine herbe Enttäuschung hinnehmen. Die Einschaltquote der
ZDF-Sendung sank auf den niedrigsten Stand, seit die Sendung 1981 zum ersten
Mal ausgestrahlt wurde.
Daran konnte auch Co-Moderatorin Michelle Hunziker nichts ändern, die in
Bremen bereits zum dritten Mal an der Seite des Showmasters für frischen
Wind sorgen sollte.
"Ich habe ein bisschen die Nase voll, ewig dieser berühmten
jugendlichen Zielgruppe hinterher zu laufen", sagte Gottschalk während
der Show. Zwar war er mit 29,7 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum auch
diesmal der Quotenkönig am Samstagabend, doch bei den für die Werbung
relevanten 14- bis 49-Jährigen sah nicht einmal jeder Vierte zu (23 Prozent).
Die jüngeren Zuschauer wandern mehr und mehr zur Konkurrenz ab. Die
zeitgleich laufende Castingshow "Das Supertalent" auf RTL kam am
Samstagabend im Durchschnitt auf 28,3 Prozent Marktanteil.
In Österreich sahen 622.000 Zuseher "Wetten, dass...?", der
Marktanteil betrug 29 Prozent, wie der ORF auf Anfrage der APA bekanntgab.
Zum Vergleich: Im Jänner des Jahres 2000 hatte die Show im ORF noch 1,279
Mio. Seher, im Februar 2004 waren es 1,707 Mio. Zuseher.
Auch Stars von internationalem Rang laufen dem Showmaster mittlerweile
davon. Neben dem Hollywood-Schauspieler Hugh Grant saßen diesmal das
Leinwand-Paar Til Schweiger und Nora Tschirner, die Komiker Anke Engelke und
Bastian Pastewka sowie "Stubbe"-Darsteller Wolfgang Stumph und
seine Tochter Stephanie auf der Wettcouch.
Ex-Spice-Girl Victoria Beckham und Soul-Diva Mariah Carey hatten kurzfristig
abgesagt. Gottschalk nahm es sportlich. "Bleib daheim und iss ein
bisschen was", sagte er mit einer Anspielung auf die spindeldürre
Beckham. Außerdem verstehe eh keiner die ausländischen Gäste, dann müsse
umständlich übersetzt werden und schließlich würden sie viel zu früh die
Sendung wieder verlassen.
So war es auch bei Hugh Grant, der nur für kurze Zeit blieb. Er verriet,
dass er mittlerweile über Kinder nachdenke und hässliche Füße habe. Es
folgten weitere seichte Plaudereien mit den anderen Gästen, die ebenfalls
keine aufregenden Geschichten zu erzählen hatten.
Hunziker ließ für eine Schrecksekunde dem Publikum den Atem stocken. Bei
einer Wette legte die blonde Schweizerin einen unfreiwilligen Stunt ein, als
sie mit ihrem Motorroller wegrutschte und zu Boden stürzte. Sie verletzte
sich aber nicht und sprang sofort wieder auf, um auf ihren schwindelerregend
hohen Absätzen in die Halle zu sprinten. "Mit diesen Schuhen setzt
Du Dich nicht mehr auf eine Vespa", ermahnte sie Gottschalk.
Einmal mehr waren die Wetten die Höhepunkte des Abends. Besonders viel
Applaus erntete Wettkandidat Jürgen Seliger aus dem bayerischen Kempten, der
eine eindrucksvolle Gedächtnisleistung bewies. Er schaffte es, vier Bilder
mit winzigen Details aus der rund 1.200 Quadratmeter großen
Modelleisenbahnanlage des Miniatur Wunderlandes in Hamburg, richtig zu
zuordnen. Auch ein rasender Pizza-Bäcker und ein Zungen-Akrobat, der mit dem
Mund Knoten in Lakritzschnecken knüpfte, begeisterten das Publikum.
Hunziker musste bei ihrem dritten Duell mit Gottschalk dagegen eine
Niederlage hinnehmen. Ihrem Kandidaten gelang es nicht, an einem acht Meter
langen Kickertisch gegen Gottschalks elfköpfige Mannschaft zu gewinnen.
Dafür musste die 32-Jährige im Dirndl ein Schweizer Volkslied singen -
begleitet von Pastewka und Engelke, die in ihren Rollen als volkstümliches
Musiker-Duo Wolfgang und Anneliese die Plauderrunden auf dem Sofa
aufmischten und Gottschalk den Spitznamen "Gottschi" verpassten.
Das nächste Mal kommt "Wetten, dass..?" am 23. Jänner aus
Friedrichshafen.