13. Oktober 2009 09:35
Die Oberärmchen dünn wie abgebrannte Streichhölzer, Augenhöhlen so tief wie
bei Heroin-Junkies und Beine, die nur mehr Haut und Knochen sind: Als bei
den Pariser Pret a portèr-Shows letzte Woche klapperdürre Models über die
Laufstege schlichen, ging – wieder einmal – ein Aufschrei durch die
Fashion-Welt. Denn eigentlich sollte seit langem alles anders sein – hatte
doch die spanische, sowie die US-Modekammer schon 2007 eine groß angelegte
Kampagne gegen Magermodels und für mehr Weiblichkeit auf den Laufstegen
lanciert.
Der grassierende Mager-Wahn greift freilich auch längst abseits der
internationalen Laufstege um sich: Allein in Österreich leiden 200.000
Menschen an Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie. 95 Prozent der
Betroffenen sind Frauen.
Wer
also schlank bleiben will, muss essen – aber das Richtige wie Obst, Gemüse
oder Müsli. Was das ist, sehen Sie in der Slideshow!
Panik vor einer Gewichtszunahme
„Personen mit Essstörungen
stehen vor unlösbaren inneren Konflikten. Aus der essenziellen Notwendigkeit
der Nahrungsaufnahme wird ein unüberwindbares Problem“, weiß
Psychotherapeutin und Diät-Spezialistin Beate Pottmann-Knapp von der
Hilfsorganisation „Sowhat“ gegen Essstörungen.
MADONNA unterstützt die Organisation und verrät, wie man sich gesund
ernährt, ohne in den Mager-Diätwahn zu verfallen. Vorbild für das neue
Ernährungskonzept sind demnach nicht die ausgezehrten Magermodels, sondern
jene Topmodels wie Gisele Bündchen oder Heidi Klum, die sich Ausstrahlung
und eine weibliche Figur bewahrt haben. Expertin Pottmann-Knapp: „Eine
abwechslungsreiche, gesunde und ausgewogene Mischkost liefert dem Körper
alle notwendigen Nährstoffe und schützt vor Hungergefühlen und Essattacken.“
Das Model-Programm
Um gesund und schlank zu bleiben, ist es aber
wichtig, einige Regeln zu befolgen: „Da der Körper zwischen 06.00 und 14.00
Uhr einen aktiven Stoffwechsel hat, sollte auch die Nahrungszufuhr in diesem
Zeitraum reichlicher ausfallen als nach 16 Uhr, wenn sich der Körper schon
auf die Ruhephase vorbereitet“, weiß Ernährungsspezialistin Beate
Pottmann-Knapp. Das Abendessen – es sollte leicht und kohlenhydratarm sein
(also auf Pasta, Gebäck und Süßes besser verzichten!) – wird im Idealfall
nicht nach 18 Uhr eingenommen. Wichtig: Vermeiden Sie unnötiges Fett bei der
Zubereitung von Speisen. Die gesündesten Zubereitungsarten für Gemüse, Fisch
und Fleisch sind kurzes Dämpfen, Dünsten, Pochieren oder Grillen. Auch gut:
Kurzes Anbraten in ein paar Tropfen hochwertigem Öl im Wok.
Was Sie bei Bedarf noch ergänzen können, sind vitalstoffreiche Snacks: „Das
kann ein viertel Liter Buttermilch oder Sojamilch am Nachmittag sein sowie
einige Nüsse oder auch ein kleines Stück Topfen-Obstkuchen für Naschkatzen“,
meint die Ernährungsexpertin.
Beauty-Food
Das neue Schlank-Motto lautet demnach: Bewusst
auswählen und bewusst genießen! Kasteien ist out. Wer schlank bleiben will,
muss essen – aber eben das Richtige. Mit welchen Lebensmitteln Sie zudem für
„Schönheit von innen“ sorgen können, erfahren Sie im Kasten oben.
Extra-Tipps
Was Sie für einen vitalen Model-Body noch tun
können: „Achten Sie auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und trinken Sie etwa
zwei Liter pro Tag“, so Pottmann-Knapp. Ideal sind Mineralwasser, Kräuter-
und Früchtetees oder Fruchtsäfte im Verhältnis eins zu drei mit Wasser
verdünnt. Kaffee oder Schwarztee dürfen nicht zur täglichen
Flüssigkeitsmenge gezählt werden; alkoholische Getränke ebenfalls nicht.
Ebenfalls wichtig: „Betreiben Sie regelmäßig Sport, um Körper, Geist und
Seele fit zu halten“, rät die Expertin. Außerdem baut körperliche Aktivität
Muskelmasse auf und erhöht den Energieumsatz. Mit anderen Worten: Wer sich
viel bewegt, kann mehr essen, ohne dabei zuzunehmen.
Weitere Tipps: „Achten Sie auf genügend Schlaf und vermeiden Sie Stress“,
fordert die Expertin. Und: „Suchen Sie in Krisensituationen professionelle
Hilfe. Damit kann man Probleme leichter bewältigen.“
Konkrete Hilfe bei Essstörungen
SoWhat bietet
professionelle, interdisziplinäre Unterstützung für Betroffene und
Angehörige. Wenden Sie sich (auch anonym) per Mail (an help@sowhat.at)
oder telefonisch (01/406 57 17, Mo.–Do. 9 bis 16 Uhr, Fr. 9 bis 13 Uhr) an
das SoWhat-Beratungszentrum für Essstörungen. Oder an die
Essstörungshotline: 0800 20 11 20.
Bild:
(c) WireImage.com/Getty
Bilder des Schreckens: Bei den soeben zu Ende
gegangenen Fashion Weeks von New York bis Paris, sorgten klapperdürre Models
für Empörung. Beine aus Haut und Knochen; Ärmchen so dünn wie Streichhölzer
– das Resultat schwerer Essstörungen.
So ernähren sich gesunde Models
Morgens: Süß oder pikant
Kaiserlich.
Bis 14 Uhr ist der Stoffwechsel aktiv – in dieser Zeit sollte die
Nahrungszufuhr reichlicher ausfallen. Ideal zum Frühstück: Selbst
zubereitetes Müsli oder getoastetes Vollkornbrot mit Frischkäse. Dazu: Obst,
Nüsse oder Joghurt.
Tipp: TCM-Rezept. Vollreiscongée mit Kompott.
Zubereitung: Vollkornreis mit kaltem Wasser im Verhältnis 1:10 in einem
großen Topf ohne Salz aufkochen und auf kleiner Flamme mit Deckel etwa 2
Stunden lang köcheln lassen (kann für drei, vier Tage vorgekocht werden).
Mit Früchtekompott, 1 Tl Leinöl und 1 TL Weizenkeimen servieren. Sehr
bekömmlich!
Mittags: Viel Gemüse, wenig Fleisch
Ideal: Ihre Mahlzeit
sollte mindestens zur Hälfte aus Gemüse oder Salat bestehen, zu einem
Viertel aus einer Beilage und dazu ein kleines Stück Fleisch, Fisch oder
Geflügel (fettarm zubereitet). Vegetarier wählen Soja, Tofu oder Topfen als
Fleischersatz. Auch selbst zubereitete Gemüsesuppen (Spargel, Kürbis,
Karotten) sind eine gute Wahl.
Tipp für den Herbst: Eintopf aus Fisolen,
Karotten, Kohlrabi, Petersilerdäpfeln, Pilzen und magerem Fleisch.
Abends: Möglichst leicht essen!
Wichtig: Für einen Top-Body
leichte Speisen mit wenig Kohlenhydraten wählen!
Top-Rezept:
Ei-Omelette (aus 1 Ei und 2 Eiklar) mit Tomatenfülle, Kräutern und 1TL
Parmesan. Dazu grüner Salat mit Avocado, Knoblauch und Zitronensaft.