09. März 2010 13:25
Schokolade nach Maß
Pioniere waren drei Studenten aus
Passau, die vor gut drei Jahren individuelle Müslimischungen auf den Markt
brachten.
Auf der Suche nach einem Geburtstagsgeschenk kam dem Berliner
BWL-Studenten Franz Duge die Idee: Eine Schokoladentafel wie sie sonst
niemand hat. Zusammen mit seinem Freund Michael Bruck gründete er im Herbst
2008 den Schokoladenversand chocri.de. in Berlin-Treptow. Drei verschiedene
Schokoladensorten - Vollmilch, Bitter und Weiß - alles Bio und aus fairem
Handel, können hier mit 80 verschiedenen Zutaten kombiniert werden. Eine
Vielzahl von Variationen ist möglich - darunter auch Schokolade mit Anis,
Zimtcornflakes oder echten Goldflocken. "Unser Angebot passt zum Trend,
ich kaufe nicht irgendein Produkt, sondern ein Erlebnis", sagt der
23-jährige Bruck.
Eine selbst kreierte 100-Gramm-Tafel ist für 1,90 Euro zu haben. Dazu kommen
noch die Versandkosten. "Am Anfang haben wir gesagt, wenn wir 500
Tafeln im Monat verkaufen, sind wir zufrieden, jetzt sind es locker 500 an
einem Vormittag." Mittlerweile beschäftigen Bruck und Duge 25
Mitarbeiter und setzten im vergangenen Jahr schon eine Million Euro um. Ihre
speziellen Schoko-Mischungen gibt es jetzt auch in den USA. Auf dem Plan
stehen England und Frankreich. Ihre Kunden sind überwiegend weiblich und
zwischen 19 und 39 Jahre alt.
Müsli als Vorreiter
Als Vorreiter der Branche gilt Max
Wittrock mit seinen beiden Partnern in Passau. "Die Idee zu mymuesli.de
kam uns eigentlich schon 2005", berichtet der 27-Jährige. Gestartet
wurde das Geschäft dann aber erst im Frühjahr 2007. Mittlerweile
beschäftigen die drei Studenten 90 Arbeitskräfte und haben auch einen
Produktionsstandort in der Schweiz in der Nähe von Basel. Zum Boom
beigetragen habe der Biotrend und die Weiterentwicklung des Internets.
Die Grundidee zum Baukastensystem, bei dem verschiedene Vorprodukte in
Varianten zusammengemixt werden, ist eigentlich nicht neu. Mass
Costumization, was in der Fachwelt für individuelle Massenfertigung steht,
gibt es in anderen Branchen schon länger. So können beispielsweise bei den
Sportschuherstellern Nike und Puma schon seit Jahren übers Internet Schuhe
nach ganz eigenen Vorstellungen gestaltet und geordert werden, berichtet
Professor Frank Piller von der Universität Aachen.
Vorsortierte Gummibärchen
Den umgekehrten Weg geht Sascha
Fiene mit seiner Firma candymix. So verkauft er vorsortierte Sackerln mit
beispielsweise nur roten oder weißen Gummibärchen. "Die Idee
kam mir vor gut zweieinhalb Jahren, als ich einen Fernsehbericht über
mymuesli.de sah", sagt Fiene. So ordert er beispielsweise die
Süßigkeiten von Haribo in großen Mengen und lässt sie per Hand neu
zusammenstellen und verpacken. Haribo hatte die Idee auch schon prüfen
lassen, verwarf sie dann aber unter anderem aus technischen Gründen. "Marktforschungen
haben außerdem ergeben, dass unsere Gummibärchen-Farbmischung immer noch die
beliebteste Variante ist", meint Firmensprecher Marco Alfter.
www.chocri.de , www.mymuesli.com
, www.candymix.de .