07. Oktober 2009 14:55
Entsprechende Hinweise lieferte nach Angaben des Berufsverbandes Deutscher
Internisten jetzt eine US-Tierstudie. Demnach könnte sich bei der
sogenannten Low-Carb-Diät
der hohe Anteil von Fett und Protein negativ auf die Blutgefäße auswirken,
obwohl die Blutwerte von dieser Ernährung unbeeinflusst bleiben.
"Möglicherweise wird durch diese Art der Ernährung der Reparaturmechanismus
innerhalb von Blutgefäßen geschwächt und die Gefahr einer Gefäßschädigung
durch Atherosklerose erhöht", sagt der Verbandsvorsitzende Wolfgang Wesiack.
Atherosklerose
Für die Studie wurden Mäuse in drei Gruppen
eingeteilt, von denen eine kohlenhydratarm ernährt wurde. Diese Tiere nahmen
zwar im Vergleich zu den anderen Mäusen um 28 Prozent weniger an Gewicht zu.
Doch zugleich war bei ihnen bereits nach sechs Wochen die Atherosklerose
doppelt so weit fortgeschritten.
Dabei hatte die Low-Carb-Gruppe trotz der deutlich stärkeren Gefäßschädigung
keine höheren Cholesterinwerte. Allerdings besaßen die kohlenhydratarm
ernährten Mäuse gegenüber den Tieren aus den anderen beiden Gruppen rund 80
Prozent weniger sogenannte endotheliale Vorläuferzellen.
Dieser Zelltyp ist vermutlich bei der Reparatur von Schäden an den
Blutgefäßen beteiligt. Bei zusätzlichen Untersuchungen stellten die Forscher
fest, dass die Low-Carb-Diät eine Wiederherstellung der Durchblutung nach
einer Gefäßschädigung um knapp 40 Prozent verschlechtert.
Bei der Beurteilung des Herz-Kreislauf-Risikos beim Menschen wird den
Blutfettwerten sehr hohe Bedeutung beigemessen. "Die Ergebnisse dieser
Studien legen nahe, dass diese Werte allein nicht ausreichen, um die Gefahr
möglicher Herz- oder Gefäßerkrankungen durch bestimmte Einflussfaktoren wie
die Ernährung abzuschätzen", resümiert Wesiack.